Treppenlauf der Feuerwehr in Osthofen

6 Okt

Von Karl M. Wirthwein
(Quelle: Wormser Zeitung v. 6.10.2014)

Foto: KFV Alzey-Worms e.V.

Foto: KFV Alzey-Worms e.V.

OSTHOFEN – Er ist fast 60 Meter hoch, hat 260 Stufen und wer ihn bereits erklommen hat, weiß um die körperliche Kondition, die dafür von Nöten ist. Doch die Feuerwehr packte am Samstagnachmittag noch eins drauf. In voller Einsatzmontur stiegen die Wehrleute beim diesjährigen Treppenlauf den Turm auf dem Schill-Gelände in Osthofen hinauf. Einige hatten sich noch dazu ein Atemschutzgerät auf den Rücken geschnallt. Das machte noch mal 17 Kilogramm zusätzlich. Rund 20 Feuerwehrangehörige hatten sich für die freiwillige Strapaze angemeldet – und das taten sie aus gutem Grund.

Völlig erschöpft

Im Einsatz wird Feuerwehrleuten körperlich oft alles abverlangt. Daher müssen die Einsatzkräfte topfit sein. Da bietet sich der Schill-Turm als hervorragendes Testobjekt an. Das Training geht nicht nur in die Oberschenkel, auch das Herz bringt Höchstleistung und der „Drehwurm“, der sich auf der Wendeltreppe einstellt, ist beeindruckend. Die Anstrengung war den Feuerwehrkameraden anzusehen. Oben angekommen, warfen sie sich erst mal auf den Boden, sie waren erschöpft und der Atem ging schnell. Jetzt wollten sie nur zwei Dinge: Ruhe und Wasser.

Christian Sternberg war als Erster oben. Auch er war völlig erschöpft und musste sich erst einmal ausruhen. „Ich bin völlig ausgelaugt“, gab er zu. Seine beste Zeit im letzten Jahr waren zwei Minuten und 18 Sekunden. Der Treppenlauf ist im Übrigen keine reine Männerdomäne. Christa Mank hatte schätzungsweise fünf Minuten für den Aufstieg gebraucht. Nach einer kurzen Verschnaufpause erzählte sie, dass bei der Feuerwehr die sportliche Leistungsfähigkeit öfter geübt werde. „Mit dem Aufzug wäre es noch schneller gegangen“, meinte einer scherzhaft. Doch der Blick dorthin machte klar, dass dort gar nichts mehr geht. Seit mehreren Jahren ist er außer Betrieb, es bleibt also letztendlich nur der Weg durchs Treppenhaus. Die sportliche Aktion fand bereits zum vierten Mal statt. „Das soll auch noch so bleiben, solange es den Turm gibt“, erklärte Wilmut Gehm, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Alzey-Worms. Was mit dem Turm passieren wird, ist nämlich ungewiss.

Organisiert wird der Treppenlauf von Bernhard Wieder, dem Fachwart für Feuerwehrsport. „Man sollte als Feuerwehrmann die eigene Grenze kennen“, erklärte er. Schließlich bringe es nichts, im Einsatz loszurennen, um dann irgendwann zusammenzuklappen. Man müsse sich selbst einschätzen können.

Regelmäßiger Sport

Für alle Feuerwehrangehörigen muss es daher selbstverständlich sein, regelmäßig Sport zu treiben. Nur so kann die Atemschutztauglichkeit dauerhaft erreicht werden. Zudem fördert Sport die Teamfähigkeit, sorgt für Ausgeglichenheit und wirkt sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus. Einen Dank sprechen die Organisatoren der Firma Schill-Malz aus sowie dem Bereitschaftsteam des DRK, das ebenfalls an der Aktion teilnahm.

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